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Newsletter 2/2010 online
Der neue HVS Newsletter 2/2010 steht zum Download bereit:
Was ist Klassische Homöopathie?
Die Homöopathie ist die Heilkunst und wissenschaftliche Medizin, die auf dem Aehnlichkeitsgesetz beruht. Entdeckt und zu einem abgeschlossenen therapeutischen System gefügt hat sie der deutsche Arzt Christian Friedrich Samuel Hahnemann, der von 1755 bis 1843 lebte.
Ausgangspunkt seiner Forschungen war ein Selbstversuch mit der damals schon bei Wechselfieber verwendeten Chinarinde. Er nahm die Chinarinde mehrmals ein – und bekam jedes Mal wechselfieberartige Symptome. Nur ein Zufall? Oder verbarg sich mehr dahinter?

In vielen Arzneimittelprüfungen mit anderen Substanzen ging Hahnemann dieser Frage nach. Was er dabei entdeckte, war eine allgemeingültige Gesetzmässigkeit, ein Naturgesetz – das Aehnlichkeitsgesetz. Dieses wurde zur Grundlage seiner neuen Heilkunst, die er Homöopathie nannte, indem er zwei griechische Wörter verband: homoios für „ähnlich“ und pathein für „leiden“.
Die Homöopathin, der Homöopath wendet das Aehnlichkeitsgesetz an, indem ein homöopathisches Arzneimittel verschrieben wird, das bei gesunden Menschen ein ähnliches Symptomenbild erzeugt, wie es der kranke Mensch zeigt.

In Arzneimittelprüfungen wird die Wirkung einer homöopathisch zubereiteten Substanz auf den gesunden Menschen beobachtet. Die erzeugten Symptome zeigen das Heilungspotenzial eines Mittels. Sie werden in der Materia medica gesammelt und dienen dem Homöopathen als Grundlage für seine Verschreibungen.

Homöopathische Mittel werden aus natürlichen Substanzen zubereitet – aus Pflanzen, Pilzen, Tiergiften und Mineralen – und sind frei von chemischen Giften. Samuel Hahnemann hat im Verlauf seiner Forschungen und empirischen Beobachtungen auch entdeckt, dass die schrittweise Verdünnung und Verschüttelung die Wirkung der Substanzen um ein vielfaches verstärkt (Potenzierung).

Jeder lebende Organismus hat Selbstheilungskräfte. Man kann zwar einen kranken Organismus von aussen pflegen und behandeln, aber heilen kann er sich nur selber. Homöopathische Mittel setzen den Reiz, der die Selbstheilungskräfte aktiviert. Die Grenzen der Homöopathie sind deshalb die Grenzen der Selbstheilungskraft.
Samuel Hahnemann hat die Homöopathie auf empirischen Beobachtungen und Gesetzmässigkeiten wie dem Ähnlichkeitsprinzip aufgebaut. Die Wahl der Homöopathie als Therapie für sich oder seine Familie ist deshalb nicht Glaubenssache.


Die Vermarktung und Verfügbarkeit homöopathischer Arzneimittel und die Nachfrage nach alternativen Heilmethoden bringt es mit sich, dass die homöopathischen Arzneimittel auch nach schulmedizinischen Kriterien gehandhabt und verschrieben werden.

Homöopathinnen und Homöopathen, die nach klassisch homöopathischen Grundsätzen arbeiten:
  • wenden das Aehnlichkeitsgesetz an

  • verschreiben Einzelmittel, die nur aus einer Ausgangssubstanz zubereitet werden (keine Komplexmittel)

  • beachten die Heilgesetze.Sie beurteilen den Gesundheits- oder Krankheitsprozess gemäss den Heilgesetzen und klinischen Befunden

  • entscheiden u.a. aufgrund der Heilgesetze über Mittelwiederholung, Dosierung, Potenzhöhe oder Mittelwechsel.

  • beschränken die Mittelwiederholungen auf ein Minimum.