Evidenz-basierte Medizin (HRI)

Evidence based medicine – highway to excellence in healthcare?

Autor: Dr. P. Bayliss & Dr. A. Tournier, Newsletter des Homeopathy Research Institute (HRI), Ausgabe 4, May 2009

Gesundheitsbehörden verlangen im Streben nach einer besseren Gesundheitsversorgung zunehmend, dass klinische Entscheidungen auf klinischer Evidenz beruhen. In diesem Streben nach Spitzenleistung in der Gesundheitsversorgung wurde die Homöopathie wegen fehlender Belege ihrer Evidenz kritisiert. Dies führte dazu, dass viele Zentren mit medizinischer Grundversorgung finanzielle Unterstützungen kürzten oder stoppten.

In der Tat existiert gegenwärtig in der Homöopathie nur wenig klinische Evidenz, d.h. verhältnismässig wenige Studien wurden bisher im Vergleich zur konventionellen Medizin durchgeführt.

Als Antwort darauf sind der “Research Council for Cemplementary Medicine” zusammen mit dem “Royal Homeopathic Hospital” und der “School of Intregrated Health” an der Universität Westminster gegenwärtig daran, eine spezielle Bibliothek für Komplimentäre und Alternative Medizin (http://www.rccm.org.uk/static/NeLCAM_intro.aspx?m=3) für die Nationale Bibliothek für Gesundheit zu entwickeln. Ziel sei es, Informationen von guter Qualität anzubieten, um evidenzbasierte Entscheidungen für Patienten, Krankenhausärzte, Manager und Kommissionsmitglieder zu ermöglichen.

Die Notwendigkeit einer Evidenzbasierung in der Homöopathie ist gemäss Aussage der Autoren klar, da die Gesundheitspolitik einerseits von den verfügbaren Ressourcen bestmöglichen Gebrauch machen und andererseits die Öffentlichkeit vor Missbrauch und möglichen Betrügern schützen muss.

Die klinische Evidenz soll aber auch nicht überbewertet werden. Idealerweise sollte sie ergänzend zu klinischen Entscheidungen verwendet werden, die die individuellen Beschwerden, Werte und Präferenzen des Patienten beinhalten. Auch exzellente Evidenz kann für einen individuellen Patienten ungeeignet oder unanwendbar sein. Zudem bietet die evidenzbasierte Medizin weder Leitlinien für seltene Funktionsstörungen, noch für Patienten mit multiplen Erkrankungen.

In Bezug auf die Homöopathie wäre das best-mögliche Ergebnis des gegenwärtigen EBM-Prozesses, die Wirksamkeit der Homöopathie nachzuweisen. Die Methoden, die zur Zeit in der EBM Anwendung finden, bieten jedoch kein geeignetes Vorgehen, bewährte Verfahren in der Homöopathie zu fördern. Die Herausforderung für Homöopathen und Homöopathinnen ist deshalb, diese EBM-Methoden zu anzuwenden und hinsichtlich den Besonderheiten der homöopathischen Behandlung zu ergänzen. So kann die Evidenz der Wirksamkeit der Homöopathie gestärkt und gleichzeitig innovative Forschung hervorgebracht werden, die fähig ist, verschiedene Trends in der homöopathischen Praxis aussagekräftig zu vergleichen.

Literatur

Der Newsletter kann unter http://www.homeoinst.org/sites/default/files/newsletters/HRI_newsletter_Issue%204_Spring09.pdf heruntergeladen werden.

Menü